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Personal Mastery und Professionalisierung


Entwicklung einer „personalglobalen Haltung“ als wesentliche

Grundlage für die Professionalisierung von Lehrkräften.



MASTER THESIS
zur Erlangung des akademischen Grades

„Master of Science (Gifted Education)“, MSc

Universitätslehrgang



eingereicht am

Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien

Donau-Universität Krems

von

Walter Gusterer

Krems, Oktober 2007

Betreuerin: A.o. Univ.Prof. Mag. Dr. Ilse Schrittesser

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Eidesstattliche Erklärung



Ich, Walter GUSTERER, geboren am 5.6.1953, in Wien, erkläre,



1. dass ich meine Master Thesis selbstständig verfasst, andere als die angegeben Quellen
und Hilfsmittel nicht benutzt und mich auch sonst keiner unerlaubten Hilfsmittel bedient
habe,

2. dass ich meine Master Thesis bisher weder im In- noch im Ausland in irgendeiner Form
als Prüfungsarbeit vorgelegt habe,

3. dass ich, falls die Arbeit mein Unternehmen bzw. meine Institution betrifft, meinen Ar-
beitgeber über Titel, Form und Inhalt der Master Thesis unterrichtet und sein Einver-
ständnis eingeholt habe.











Krems, 30. September 2007

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ment einer gemeinsamen Vision. Daher nur realisierbar durch eine intensive Interaktion zwi-
schen den einzelnen Trägern einer geteilten Vision.

Die Erläuterungen Senges gehen dahin, dass ohne die Anziehungskräfte neuer Ziele, welche
Menschen auch wahrhaftig anstreben wollen, jene Kräfte die auf die Erhaltung eines Status
quo abzielen, übermächtig werden. Gemeinsame Visionen sind das Ruder, um die Lernpro-
zesse auf dem richtigen Kurs zu halten.

Wenn er davon spricht, dass bei langfristigen Perspektiven auch langfristige Visionen im
Spiel sind, drängt sich der Hinweis auf, dass es gerade im System Schule dies nicht oder nur
sehr selten gibt. Gerade in diesen Tagen ist es hautnah zu erleben, wie sehr die verantwortli-
chen Manager im System Bildung keine gemeinsamen Visionen entwickeln. Die Gründe, wa-
rum dies so ist können hier nicht erörtert werden, doch ist es vielleicht mangelndes systemi-
sches Denken oder die fehlende innere Bereitschaft, vorhandene mentale Modelle zu überprü-
fen und zu hinterfragen. Senge meint sogar ob es ganz einfach nicht möglich ist, dass Men-
schen (in diesem Fall Manager) rational davon überzeugt werden können, dass sie langfristige
Perspektiven entwickeln müssen. (Senge 2006, S. 257)

Nur wenn es persönliche Visionen gibt, kann es gemeinsame Visionen geben. Persönliche Vi-
sionen basieren immer auf Wertvorstellungen, Interessen, Sehnsüchten und Sorgen. Es muss
daher bedacht werden, dass wirkliches Interesse an einer gemeinsamen Vision immer auf der
persönlichen beruht. Senge schreibt, wenn Menschen von ihrer persönlichen Richtung klare
Vorstellung haben, können sie machtvolle Synergien erzeugen, um ihr individuel-
les/gemeinsames Ziel zu verwirklichen. Einfach ausgedrückt kann es heißen: „Einer für alle,
alle für einen!“ Grundlage dafür ist Personal Mastery. Darauf wird noch in einem späteren
Kapitel eingegangen.

Um zu verdeutlichen wie sich persönliche Visionen zu gemeinsamen Visionen zusammenfü-
gen, beschreibt Senge in der Metapher des Hologramms. Schneidet man ein Bild durch, zeigt
jeder Teil nur einen Bildausschnitt. Wird jedoch ein Hologramm zerteilt, so zeigt jedes Teil-
chen, egal wie klein, weiterhin das vollständige Bild.

Wenn also in Organisationen die einzelnen Mitglieder eine gemeinsame Vision haben, so be-
hält trotzdem jeder seine eigene, persönliche Vorstellung von der Organisation. So bleibt die
individuelle Sicht auf das Ganze erhalten.

Vielfach wird in Unternehmen heutzutage eine Vision von Führungsetagen, Steuerungsgrup-
pen oder strategische Planungsgruppen den Mitarbeitern übergestülpt. Diese „offizielle“ Visi-
on ist aber nur die Vision von einigen wenigen Managern oder einer kleinen Gruppe. Dieses

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„top-down“ Verfahren liefert sehr häufig enttäuschende Ergebnisse. Grund dafür ist, dass die-
se visionären Ziele nicht die Ziele der Menschen sind, die sie verfolgen sollen. Die persönli-
chen Visionen der einzelnen Individuen wurden ignoriert. Oft bleibt es bei zwar attraktiven
Präsentationen von Visionserklärungen, es dabei aber nicht gelingt die Menschen zu inspirie-
ren und Engagement zu wecken.

Führungskräfte sollten vor allem nie vergessen, dass ihre Vision immer noch eine persönliche
Vision ist. Dass sie eine Führungsposition innehaben, bedeutet nicht, dass ihre persönlichen
Visionen automatisch mit der Unternehmensvision identisch sind. Wenn ich einen Manager
von „unserer Vision“ reden höre und weiß, dass er in Wirklichkeit „meine Vision“ meint,
muss ich immer an Mark Twain denken, der einmal sagte, dass nur „Könige und Leute mit
Bandwürmern“ von sich selbst im Plural sprechen sollten. (Senge 2006, S. 262)

Die im System oder in der Organisation Schule arbeitenden Pädagoginnen und Pädagogen
wissen davon ein Lied davon zu singen. Wenn es schon so etwas gab das man eine Vision
nennen könnte, so wurde es entweder ein Flop oder es landete in der Schublade. Als Beispiele
seien der „Schulversuch – Kooperative Mittelschule“ in Wien oder die verpflichtende Erstel-
lung von Schulprogrammen zu nennen.

Engagement ist ähnlich einer Teilnehmerschaft zu einer Vision, wie es Peter Senge be-
schreibt. Dies bedeutet echte Überzeugung für eine Vision. Zu viele Mitarbeiter befinden sich
in einem Zustand der Einwilligung. Es wird mitgemacht, die Vision zu einem gewissen Grad
unterstützt, es entsteht jedoch kein echtes Engagement. Er schreibt, dass dieser Zustand schon
zu lange anhält und wirkliches Engagement nicht mehr erkannt werden kann.

Dies ist direkt auf die Schulen übertragbar. Es wird wohl nur deshalb einfach „mitgemacht“
weil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu oft der Sinn von Maßnahmen verborgen
bleibt, bzw. weil es sich um Zielbeschreibungen ( es soll nicht von Visionen gesprochen wer-
den) handelt, mit welchen eine engagierte Identifikation als nicht erstrebenswert angesehen
wird.

Mögliche Haltungen zu einer Vision beschreibt Senge wie folgt:

Engagement: Will die Vision. Wird sie verwirklichen. Schafft alle notwendigen „Ge-
setz“ (Strukturen).

Teilnehmerschaft: Will die Vision. Wird alles tun, was im Sinn des „Gesetzes“ ist.

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terhin bereit also diese ganzen, ja die Bürokratisierung, ahm, ich sehe ein, Verschriftlichung ist notwendig zur Professionali-
sierung, aber es geht so ein bissl der Menschlichkeitsfaktor verloren, darum hab ich dich so groß angeschaut weil du gesagt
hast, jetzt werden die Pflichtschullehrer auch akademisch gebildet. Das ist das, was ich den AHS-Lehrern manchmal vorwer-
fe, dass die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.
Gut, dann müssen wir die Ausgangslage anschauen natürlich, …das heiß´t nicht, dass sie sich menschlich nicht bilden kann.
Das wär’ eben der Punkt, wo man sagt
Lnöv22: Nein, nur wie sich’s jetzt in der aktuellen Situation, und es ist doch richtig, es ist ein Unterschied ob ich 6 jährige
vor mir sitzen habe oder 10-15-jährige. Da ist ein massiver Unterschied. Es kann ein AHS-Lehrer ganz professionell sein und
hoch angesehen sein, das ist schon richtig, in der Volksschule wäre es unter Umständen schwieriger mit seiner Professionali-
sierung.
Lnöv4: Ich muss sagen, bis jetzt haben sich meine Erwartungen mehr als erfüllt, ahm, ich muss auch sagen, dass ich natür-
lich auch viel das Schulklima beiträgt dazu, und viel damit zu tun ist, wo man in der Schule ist und mit welchen Kollegen
man arbeitet und ich eigentlich davor nur Schulen kennen gelernt hab’, wo das Klima katastrophal war, wobei ich jetzt im
Nachhinein nicht sagen kann, ob das daran gelegen ist, dass wir als Studenten damals einfach anders anerkannt worden sind,
oder ob generell das Klima in diesen Schulen schlecht war, das kann ich nicht sagen. Aber das macht viel aus. Das ist das
Wichtigste eigentlich.
Danke. Haben sich deine Erwartungen an den Lehrberuf von deiner Dienstzeit an erfüllt?
Lnöv18: Das ist für mich a ganz a schwierige Frage, weil i ja eher sehr viele Berufe schon ghobt hob und i no nebenbei was
arbeite, also, aber ich weiß es ja selber net, was ich für eine Erwartung an den Lehrberuf habe, also
Was war das wie du aus der Pädak rauskommen bist’….?..
Lnöv18: Da hab ich g’sagt, nie wieder Lehrer, ja. Ich bin zu Siemens gegangen (lacht)
Also bist du als Lehrerin doch wieder zurückgekommen
Lnöv18: Jo, weil’s mir dann dort doch irgendwie, das war so eintönig, also das charismatische Arbeiten kann man eher in
der Schule machen. Ah, sogst ma noch amal die Frage: haben sich ihre Erwartungen an den Lehrberuf erfüllt?
Lnöv18: Jo, es wird eigentlich immer besser. Weil ich früher immer viel mehr Ausstiegsszenarien g’habt, als im Moment.
Lnpv37: Das ist sehr persönlich gefragt. Kann ich ganz ehrlich sein?
Ja, bitte
Lnpv37: Na in meinem Fall schon, denn ich wollte ursprünglich gar nicht Lehrer werden, also ich hab’ einen total unpäda-
gogischen Beruf gehabt, aber jetzt ja, jetzt kann ich’s voll
Aber du bist ja dann mit gewissen Erwartungen doch Lehrerin geworden, und dann haben sich die erfüllt mit der Zeit
Lnpv37: ja, ja
Lpv10: Eigentlich ja
Gut, xxxx, bitte
Lnph12: ich bin eigentlich auch über Umwege zum Lehrberuf, weil ich wollt’ eigentlich immer was mit Zeichnen machen,
und so bin ich mit wenig Erwartungen eingestiegen, auch die Ausbildung mit geringer Erwartungshaltung
Lnöv3: Ja!



Lebenslauf

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Name: Walter GUSTERER

Geburtstag und -ort: 5. Juni 1953, Wien

Staatsbürgerschaft: österreichisch

Religionsbekenntnis: Römisch-katholisch

Schulbildung: 1959 - 1963 Volksschule, Murau / Steiermark

1963 - 1971 Bundesrealgymnasium, Tamsweg / Salzburg

1971 - 1977 Studium an der Universität Wien (Soziologie und Päda-
gogik) - ohne Abschluss

1972 - 1974 Pädagogische Akademie des Bundes, 1100 Wien,
Lehramt für Volksschulen

1981 - 1985 Pädagogische Akademie des Bundes, 1100 Wien,
Lehramt für Hauptschulen

2005 - 2007 Donau-Universität Krems
Master of Science (Gifted Education)

Zusatzqualifikationen: 2002 - 2003 European Advanced Diploma in Educating the Gifted
(ECHA–Diplom)

2005 - 2006 Zertifikat der “Leadership Academy”

Berufliche Tätigkeit: 1974 - 1979 Lehrer an der Allgemeinen Sonderschule Diehlgasse,
1050 Wien

1980 - 1991 Hauptschullehrer an der Hauptschule Hoefftgasse,
1110 Wien

1991 - 2005 Volks- und Hauptschuldirektor an der
Privatschule St.Ursula, 1230 Wien

seit 2005 Bezirksschulinspektor für den 20. Wr. Gemeindebezirk

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