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TitleGoldstein Zusammenfassung
TagsColor Neuron Retina Nervous System Visual Cortex
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Table of Contents
                            2. Sehen
Allgemein
Struktur des visuellen Systems
Sehvorgang
Auge
Photorezeptoren
Unterschied Zapfen/ Stäbchen
Regeneration des Sehpigments
Spektrale Hellempfindlichkeit
Pigmentabsorptionsspektren
Neuronale Verarbeitung durch Konvergenz, Hemmung und Erregung
Neuronale Verschaltung und räumliche Summation
Laterale Inhibition
	Mach’sche Bänder
	3. Corpus geniculatum laterale und primärer visueller Cortex
	Corpus Geniculatum laterale
Area Striata (primärer visueller Kortex):
	Psychophysische Evidenz für Orientierungsdetektoren
		Psychophysik von Ortsfrequenzkanälen
	Organisation des primären visuellen Kortex
	14. Somatosensorik
                        
Document Text Contents
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Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Wahrnehmung S. 3

2. Sehen S. 5

3. Corpus geniculatum laterale und primärer visueller Cortex S. 12

4. -fehlt- -----

5. Farbwahrnehmung S. 16

6. Objektwahrnehmung S. 31

7. Wahrnehmung räumlicher Tiefe und der Objektgröße S. 40

8. Visuelle Bewegungswahrnehmung S. 46

9. Wahrnehmung und aktive Motorik S. 53

10. Schall, Hörsystem und auditive Wahrnehmung S. 57

11. Auditive Lokalisation und Wahrnehmung von Hörobjekten
und Hörumwelten

S. 61

12. Auditive Sprachwahrnehmung S. 64

13. Lageorientierung und vestibuläres System S. 70

14. Somatosensorik, haptische Wahrnehmung und
Schmerzwahrnehmung

S. 74

15. Geruchs- und Geschmackswahrnehmung S. 77

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6.7.Kanonische Ansichten
Gegenstände können nicht aus jeder beliebigen Position gleich gut erkannt werden. Von unten
ist ein Dreirad beispielsweise schlechter zu erkennen als von schräg vorne.

Leicht zu erkennen sind Gegenstände wenn Charakteristiken des Objekts treffend zum
Ausdruck kommen

- Man bezeichnet diese charakteristischen Ansichten als kanonische Ansichten
- Menschen stimmen in hohem Maße darin überein welche Ansicht sie für geeignet

halten

Forschungsfrage: Ist die interne Repräsentation im Gedächtnis sichtenabhängig?
Objekt-Erkennungszeiten

- Wird ein Objekt in der kanonischen Ansicht präsentiert verkürzt sich die
Erkennungszeit

- Wird eine spezifische Ansicht trainiert, so verkürzen sich auch hier die
Erkennungszeiten

 Man geht davon aus, dass von einem Gegenstand mehrere Sichten im Gedächtnis
gespeichert sind, die bei Bedarf durch weitere ergänzt werden können. Die Vorstellung, dass
Objekte sichtenabhängig repräsentiert sind, sagt allerdings noch nichts darüber aus in welcher
Form die Gegenstände repräsentiert sind.

Bülthoff et. al (MPI für Kybernetik) gehen davon aus, dass die primären und elaborierten
Neurone im infotemporalen Cortex hierbei eine Rolle spielen.

- durch ihre Größen- und Ortsinvarianz erscheinen sie gut geeignet selektiv auf
wichtige Merkmalskomplexe der Gegenstände zu antworten

- das charakteristische Muster was sich aus einem Ensemble mehrerer hundert
solcher Neurone als Antwort auf wichtige Merkmalskomplexe eines Gegenstandes
ergibt kann als merkmalbasiertes Schema für den Gegenstand dienen, welches
wiederum für das Wiedererkennen des Gegenstandes relevant ist.

- darüber hinaus bietet die bei diesen Neuronen beobachtete Lernfähigkeit eine gute
Erklärungsgrundlage für die Flexibilität bei der Objekterkennung

Diesen Untersuchungszugang bezeichnen die Autoren selbst als feature based multiple view
approach, frei übersetzt also als „merkmalsabhängigen, mehrfach-Ansichten
Forschungszugang“.

Möglicherweise gibt es auch verschiedene Arten wie die Kategorien von Gegenständen,
Oberflächen und Ereignissen im Gehirn repräsentiert sind.

6.8.Kategoriengrenzen
Neben den oben aufgeführten Kenntnissen über die Repräsentation einzelner Gegenstände im
visuellen System ist es interessant zu wissen, wie intern eine Ordnung der verschiedenen
Klassen der Gegenstände erreicht wird. Anhand welcher Merkmale sind die
Gegenstandskategorien voneinander getrennt?

Hierzu untersucht man die Grenzen zwischen den Gegenstandskategorien anhand sogenannter
Übergangsreihen

- Zwischen zwei klar unterscheidbaren Gegenstandskategorien z.B. Weinglas und
Flasche jeweils in der kanonischen Ansicht werden per Computer mit einem
Morphingverfahren Zwischenstufen der Ansicht hergestellt

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15. Geruchs- und
Geschmackswahrnehmung
15.1 Geruch
 erzeugt Wahrnehmung wenn Moleküle gasförmiger Substanzen an Rezeptoren in der Nase
binden (Riechschleimhaut)

a)Vergleich Mensch vs. Tier
Menschen haben weniger guten Geruchssinn als viele Tiere: Mikrosmaten
Tiere bei denen Geruchssinn überlebensnotwenig ist: Makrosmaten
Anosmie = Geruchsblindheit

b) Fakten
- menschl. Geruchsrezeptoren ebenso empfindlich wie die der Tiere, allerdings haben wir
einfach viel weniger
- Menschen können Unterschiede in der Geruchsintensität sehr gut erkennen (Schwelle bei bis
zu 11%)
- Geruchssystem kann verschiedene Gerüche sehr gut erkennen
- Geruchssinn kann Infos über andere Menschen vermitteln (z.B. Synchronisation der
Menstruationszyklen)

c) Struktur des Geruchssystems
-Riechsinneszellen werden erregt durch Moleküle die durch die Riechschleimhaut
diffundieren oder Moleküle binden an Proteine (Geruchsstoffe bindende Rezeptorproteine)
welche in Nasenhöhle ragen und die Duftstoffmoleküle zu den eigentlichen Rezeptoren der
Geruchsrezeptorzellen transportieren
-Rezeptoren sind Proteine die bei Erregung „aktive Moleküle“ in Rezeptorzelle ausschütten;
es entstehen elektrophysiologische Impulse in Rezeptorzelle; diese Signale werden zu Bulbus
olfactorius (Riechkolben) im Gehirn übermittelt; dort werden die Signale verarbeitet und zum
olfaktorischen Cortex (Schläfenlappen) und zum orbitofrontalen Cortex (Stirnlappen) geleitet

d) Duftstoffe und Geruchsqualitäten
- noch kein Zusammenhang zw. „Geruch“ eines Moleküls und der physikalischen Eigenschaft
gefunden, also auch noch keine Idee der Codierung
- Erfassung von Geruchsqualitäten durch Erstellen von Geruchsprofilen
- noch kein System um Gerüche zu ordnen
- stereochemische Theorie der Geruchswahrnehmung (Amoore): Moleküle für
Geruchsqualitäten verantwortlich  scheint aber falsch zu sein

e) neuronale Codierung
- Reaktionen der Rezeptorzellen: da es kein optimales Ansprechen einzelner Rezeptorzellen
auf bestimmte Duftstoffe gibt, scheint jeweilige Geruchsqualität durch das Gesamtmuster der
Reaktionen vieler Rezeptorzellen codiert zu werden
- elektrische Summenpotentiale der Riechschleimhaut; ortsselektive Empfindlichkeit;
Elektoolfaktogramm
 Ausmaß der Reaktion abhängig von chemischer Substanz und spezifischen Ort auf der
Riechschleimhaut
- Verteilung von Duftstoffen: durch unterschiedlich schnelle und gute Bindung verschiedener
Stoffe erzeugt jedes Molekül anderes Erregungsmuster der Rezeptorzellen

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f) Codierung im Bulbus olfactorius und höher
-Aktivität des B. olf. unterscheidet sich zwar von Substanz zu Substanz, allerdings viel
weniger als bei anderen besprochenen Sinnen  diffuse Codierung
-Neurone im orbitofrontalen Cortex sind spezifischer als die des B. olf.

g) Wahrnehmung von Aroma
- Geruchs- und Geschmackssinn erzeugen zusammen Aroma
- ohne Nase ist Geschmack viel schwerer zu identifizieren

h) Einflussfaktoren für Nahrungsmittelvorlieben
- Innerer Zustand des Organismus (Phänomen: Alloästhesie = Veränderung der Empfindung;
z.B. schmeckt einem Lebensmittel das zuvor noch lecker war nicht mehr)
- frühere Erfahrungen
- konditionierte Aroma-Aversion (Kopplung von Geschmack und z.B. Erkrankung)
- spezifischer Hunger (z.B. auf salzhaltige Lebensmittel als Zeichen des Körpers)
- genetische Grundlagen der Geschmackswahrnehmung (z.B. PTC-Schmecker oder
Nichtschmecker; die einen schmecken bitteren Stoff, die anderen nicht)

15.2 Das Geschmackssystem
a) 4 Arten von Zungenpapillen:
-Fadenpapillen: haben keine Geschmacksknospen; verteilt über ganze Zunge; fühlen sich rauh
an
- Pilzpapillen, Blätterpapillen und Wallpapillen mit Geschmacksknospen

b) Geschmacksknospe enthält mehrere Geschmackssinneszellen deren Mikrovilli in die Pore
hineinragen

c) Verarbeitung
-Geschmackssinneszellen werden erregt durch Moleküle; es entstehen elektrische Signale;
diese werden auf 3 Bahnen weitergeleitet: Chorda tympani leitet Signale von Zungenspitze
und Zungenseiten; Nervus glossopharyngeus leitet Infos von Zungenwurzel; Nervus vagus
leitet Geschmacksrezeptorzellen aus Mund und Kehlkopf; im Hirnstamm Verschaltung mit
Ncl. Solitarius; Weiterleitung zum Thalamus und von dort zu 2 Arealen im Stirnlappen: Insel
und Operculum

d) Geschmacksqualitäten
süß – sauer- salzig- bitter- umami (Glutamat)

e) neuronale Codierung:
- sowohl Anhaltspunkte für Einzelneuronencodierung (EC) als auch für
Neuronenensemblecodierung (NC)
- Hinweis für NC: psychophysisch bewertete Stoffe haben ähnliche Neuronenensemblemuster
- Hinweise für EC: 4 verschiedene Arten von Nervenfasern in Chorda tympani nachgewiesen,
die jeweils nur auf eine Geschmacksqualität ansprechen; Experiment: Natriumentzug wirkt
sich nur auf Antwortverhalten der natriumoptimalen Neuronen aus; Natriumcodierung nach
Deprivation und Abnahme der Empfindlichkeit der entsprechenden Neurone auf Zuckerfasern
übertragen  Ratten nehmen Salz als Zucker wahr; weiteres Experiment: Medikament
Amilorid blockiert Natriumkanäle, eine Nebenwirkung ist, dass damit behandelte Patienten
nicht mehr salzig schmecken

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