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Title(eBook-German) Osho - Das Potential Der Leere - Diskurse Zum Vigyan Bhairav Tantra - Band 5 (2001)
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Table of Contents
                            Buchumschlag
Inhalt
Einleitung
Überschreite deine Grenzen
Ein Buddha ist ein Niemand
Gehe über Geist und Materie hinaus
Meditation ist ein Solo-Spiel
Du kennst dich nicht wirklich
Ertrage den Schmerz des Alleinseins
Vergiß die Peripherie
Stell dich auf Ungewisses ein
Die Angst vor Transformation sitzt tief
Empfindsam sein ist Gewahrsein
Suche den Rhythmus der Gegenpole
Leben ist sexuelle Energie
Finde den inneren Lotsen
Die innere Wegführung
Die Philosophie der Leere
„Alles" und „nichts" bedeuten dasselbe
Über Osho
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Document Text Contents
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Das Potential der Lehret

Die Schwierigkeiten kommen erst, wenn ihr anfangt, etwas zu
tun. Solange ihr nichts tut, tauchen auch keine Schwierigkeiten
auf. Nachdenken ist sehr leicht, denn dann bist du nicht wirklich
unterwegs; aber wenn du Ernst damit machst, tauchen Schwie-
rigkeiten auf. Wenn ihr also merkt, daß es jetzt langsam schwie-
rig wird, könnt ihr sicher sein, auf dem richtigen Weg zu sein:
Etwas passiert mit euch! Dann werden alte Dämme brechen, wer-
den alte Gewohnheiten verschwinden, werden sich Veränderun-
gen einstellen, kommt es zu Störungen und Chaos. Alle Kreativität
kommt aus dem Chaos. Ihr werdet nur dann neu geschaffen wer-
den, wenn alles, was ihr seid, chaotisch wird. Diese Methoden
werden euch also zunächst einmal zerstören, und nur danach
wird ein neues Wesen erschaffen werden. Wenn Schwierigkeiten
auftauchen, dann seid froh – das zeigt Wachstum an. Kein Wachs-
tum läuft glatt. Und schon gar nicht läuft spirituelles Wachstum
glatt, das liegt nicht in seiner Natur. Denn spirituell wachsen
bedeutet, nach oben zu wachsen; spirituelles Wachstum heißt,
ins Unbekannte vorzustoßen, auf unbefahrene Meere hinaus zu
fahren. Da können Schwierigkeiten nicht ausbleiben. Aber denkt
daran, daß jede überwundene Schwierigkeit euch mehr kristalli-
sieren wird. Ihr werdet euch gefestigt haben. Ihr werdet wirklicher
geworden sein. Zum ersten Mal werdet ihr das Gefühl haben,
daß sich in eurer Mitte etwas setzt, etwas fest wird.

So, wie du jetzt bist, bist du nur ein waberndes Phänomen, das
sich jeden Augenblick wandelt – nichts Stabiles. Im Grunde
kannst du noch gar nicht behaupten, ein „Ich" zu haben – du hast
keins. Du bist viele dahintreibende Ichs, so etwas wie ein strö-
mender Fluß. Du bist eine Masse Mensch, noch kein Individuum.
Aber Meditation kann dich zu einem Individuum machen.

Dieses Wort „Individuum" ist wunderschön. Es bedeutet: das
Unteilbare. So, wie du jetzt bist, bist du geteilt, bist du nur ein
Haufen Fragmente, die irgendwie zusammengehalten werden,
ohne daß da eine Mitte wäre – ein Haus ohne seinen Hausherrn,
überall nur Diener, und jeder Diener darf einen Augenblick lang
mal den Hausherrrn spielen.

Jeden Augenblick bist du wer anders – weil du nicht bist. Und
solange du nicht bist, kann das Göttliche nicht zu dir kommen. Zu

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Kapitel 9

wem sollte es denn kommen? Du bist ja nicht da. Es kommen
Leute zu mir und sagen: „Ich würde gern einmal Gott sehen."
Dann frag ich sie: ,Wer denn? Du bist doch gar nicht da! Gott ist
immerzu da, aber du bist nicht da, um ihn zu sehen. Das ist nur
so eine momentane Anwandlung, daß du Gott sehen willst." Und
schon im nächsten Moment sind sie nicht mehr interessiert. Im
nächsten Moment sind sie schon ganz woanders. Voraussetzung ist
eine ausdauernde, intensive Bemühung. Dann tut's jede Methode.
Jetzt sollten wir uns den Methoden zuwenden.

Die erste Methode:

Ein erleuchteter Mensch nimmt die gleichen Objekte und Subjekte
wahr wie ein unerleuchteter. Doch hat der erstere eine Größe: Er ver-
mag im Subjektiven zu verharren und verliert sich nicht in Objekten.

Dies ist eine wunderbare Methode. Man kann so, wie man ist,
damit anfangen, es sind weiter keine Voraussetzungen nötig. Die
Methode ist einfach: Man ist umgeben von Personen, Dingen,
Phänomenen – jederzeit ist etwas um dich. Da sind Dinge, da sind
Ereignisse, da sind Personen, aber du bist nicht wach, du bist nicht
da. Alles ist da, nur du schläfst fest. Dinge umkreisen dich, Perso-
nen umkreisen dich, Ereignisse umkreisen dich, aber du bist nicht
da; oder anders gesagt: Du schläfst.

Und so kann alles, was in deiner Umgebung vor sich geht, Herr
über dich werden, dich überwältigen. Du wirst da reingezogen.
Du wirst nicht nur davon beeindruckt, davon geprägt, sondern
regelrecht reingezogen.

Alles mögliche vermag dich an sich zu reißen, und dann folgst
du ihm. Irgendwer kommt vorbei – du schaust hin: ,Was für ein
schönes Gesicht!", und schon bist du weg. Das Kleid ist so schön,
es hat eine schöne Farbe, einen schönen Stoff – und weg bist du.
Das Auto fährt vorbei – und schon bist du hingerissen. Was
immer um dich herum geschieht, ergreift Besitz von dir. Du bist
machtlos. Alles andere hat mehr Macht als du. Irgendetwas Belie-
biges verändert dich; deine Stimmung, dein Sein, dein Denken
hängt von anderen Dingen ab; du wirst von Objekten beeinflußt.

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